Den Auftakt der zweieinhalb inhaltlich und methodisch sehr abwechslungsreichen Tage gestaltete Frau Matejka, eine der führenden Gedächtnis-TrainerInnen Deutschlands, indem sie uns in die Welt der Mnemotechniken entführte. Wir lernten mit der Loci-Methode, der Körperliste und anhand von Geschichten mühelos die letzten 10 Präsidenten der USA, die 20 größten Städte Deutschlands und 20 Nachkommastellen der Zahl Pi auswendig. Nach diesem Auftakt nutzten wir unsere nun trainierten Gedächtnisfähigkeiten in einer ungewöhnlichen Kennenlernrunde, in der jeder sich vorstellte, indem er seinen Namen mit einer Bewegung verknüpfte und wir reihum alle Namen mit den entsprechenden Bewegungen wiederholten. Auch diese Mnemotechnik funktionierte und die meisten von uns mussten nur noch wenig auf die Namenschilder schielen.
Nach dem Abendessen bildete ein Kamingespräch mit Prof. Dr. Burkard, Theologie-Professor an der Universität Würzburg, zum Thema „Das Plagiat in der wissenschaftlichen Arbeit“ den Abschluss des ersten Tages. Prof. Burkard eröffnete das Gespräch mit einem Blick auf die Relevanz des Themas, eigenen Erfahrungen aus Studium und Lehre sowie einer Reihe von Thesen. Die sich anschließenden Fragen der Stipendiaten und die Diskussion zeigten, dass sich die Thematik komplex gestaltet und viele Promovierende durch die aktuellen Diskussionen durchaus verunsichert sind, so dass weiterhin Handlungs- und Diskussionsbedarf bestehen.
Der zweite Tag begann mit einem informativen Vortrag zum Thema Krankenversicherungen durch Lars Walther und Arndt Schlüter vom Maklerbüro Schlüter und Partner. Anhand von neuen Gesetzesentwürfen wurde aufgeklärt, weshalb die „sachbezogenen Mittel“, wie Forschungskostenpauschale und Zuschläge für Familien und Kinderbetreuung, für die Bemessung der Tarife der Gesetzlichen Krankenversicherung hinzugezogen werden (können). Darüber hinaus gab es umfangreiche Informationen zum Gesundheitssystem sowie dessen zukünftigen Problemen. Insbesondere wurde hierbei auf die Lücken der Gesetzlichen Krankenversicherung eingegangen und die der Privaten Krankenversicherung eher vernachlässigt, was auch Anlass zur Diskussion gab. Ob der Eintritt in die Private Krankenversicherung tatsächlich für alle Stipendiaten die Lösung sein wird, muss wohl für jeden eine individuelle Entscheidung bleiben.
Im Anschluss gab es einen Ausflug in die Würzburger Innenstadt mit einer interessanten und aufschlussreichen Führung durch die Würzburger Residenz und abschließend einem feinen Mittagessen in den Residenz-Gaststätten.
Am Nachmittag wurden Workshops zu den Textverarbeitungsprogrammen Word und Latex angeboten, bei denen neben grundsätzlichen Fragestellungen zum Erstellen wissenschaftlicher Arbeiten auch auf individuelle Bedürfnisse eingegangen wurde.
Der Abend klang schließlich mit einem Kamingespräch zum Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie in Unternehmen und Wissenschaft aus. Diese Veranstaltung wurde auf freiwilliger Basis besucht und war Teil des parallel stattfindenden Seminars „Leben2-
Kind und Karriere“. Die Referenten Frauke Narjes vom Career Center der Universität Hamburg, Frau Göbbels, Personalleiterin bei Bosch, sowie Herr Nothelfer, Geschäftsführer von Betreut.de gingen in Kleingruppen auf die unterschiedlichsten Inhalten zum Thema Vereinbarkeit ein. Dabei kamen ganz persönliche, aber auch rechtliche und wirtschaftliche Aspekte zum Tragen.
Am dritten und letzten Tag konnten die Teilnehmer zwischen dem Workshop „Selbstmanagement in Studium und Promotion“, der von Gesche und Eva geleitet wurde und dem Workshop „Berufliche Ziele formulieren, Potentiale nutzen“ des Parallelprogramms wählen. Gesche und Eva gaben eine kurze Einführung in die Thematik und stellten Materialien zu Zeit- und Selbstmanagement sowie Work-Life-
Balance zur Verfügung. Nach kurzer Einstimmung auf das Thema fanden sich je nach persönlichem Problembereich (z.B. Arbeit mit Kollegen, Zeitmanagement, Fokussieren auf das Wesentliche) Kleingruppen, die ihre Fragestellungen nach der Methode der Kollegialen Fallberatung diskutierten. In dem von Frauke Narjes geführten Workshop wurde in verschiedenen Konstellationen, wie Einzelarbeit, Paarinterviews und in Gruppenarbeit, unterschiedliche Fragestellungen bearbeitet, die Lebensplanung im Bezug zum Thema Vereinbarkeit beinhalteten. Die Stärke dieses Workshops lag darin, dass es zum einen ein sehr intensives Feedback gab und zum anderen eine tolle Dynamikinnerhalb der Gruppen entstand.
Mit einer Feedbackrunde ging das Promovierendenforum 2011 am Samstagnachmittag zu Ende. Als Highlights wurden der Mnemotechniken-Workshop, die Stadtführung und der Selbstmanagementworkshop, vor allem die Kollegiale Fallberatung, besonders
gelobt. Die Möglichkeit, sich mit anderen Promovierenden austauschen zu können, wurde als eines der wichtigsten Ziele des Veranstaltungsformats genannt.
Wir danken den Promovierendensprecherinnen Gesche und Eva für die wunderbare
Organisation des Forums!
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