Herzlich Willkommen im Themenbereich “Promovieren und Kinder”. Du findest hier alles rund um das Thema Kinder, Betreuung, Finanzierung, u.v.m. – wenn du weitere Ideen hast oder dir Informationen fehlen kannst du sie einfach als Kommentar anfügen.
Ganz pragmatisch: Kind und Promotion
Kind und Promotion – geht das überhaupt? Nun, das wird individuell und fachabhängig so unterschiedlich sein, dass man da eigentlich nix zu schreiben kann. Eine(r) kann mit spielendem Kind im Hintergrund arbeiten, der/die andere nicht. Manche Kinder können sich mit 3 Monaten eine halbe Stunde alleine beschäftigen, andere brauchen mit zwei Jahren dauernde Aufmerksamkeit… Ändert sich auch mit dem Alter der Kinder.
Viele Unis legen allerdings mittlerweile Wert auf Familienfreundlichkeit. Da lohnt sich u.U. die Recherche (z.B. Wiedereinstiegsstipendien, Promotionsabschlussstipendien für Eltern, flexible Betreuungsangebote etc.)
Finanzielles
Insgesamt gibt es zahlreiche Fördermöglichkeiten, wenn du während der Promotion eine Familie gründest:
- Kindergeld (aktuell je 184€ für die ersten zwei Kinder, 190€ fürs dritte, 215€ für jedes weitere)
- Elterngeld (mind. 300€ pro Monat, in den ersten 12 – bei Nutzung der Partnermonate in den ersten 14 – Lebensmonaten des Kindes, Stipendium wird nicht angerechnet, Stipendienunterbrechung zählt aber auch nicht als Einkommenswegfall, so dass man bei einer Stipendienunterbrechung nicht 66% des vorherigen Stips bekommt)
- In einigen Orten gibt es zur Geburt ein “Begrüßungsgeld” (einmalig, in Ilmenau 100€)
- In Thüringen gibt es zw. dem 2. und 3. Geburtstag des Kindes Landeserziehungsgeld, falls man das Kind selbst betreut, gibt’s vielleicht auch anderswo?
- Weitere Hilfen bei finanziellen Engpässen: Hilfe für die Erstausstattung der Bundesstiftung „Mutter und Kind – Schutz des ungeborenen Lebens“ (Beantragung über AWO, Caritas, etc.; es besteht allerdings kein Rechtsanspruch), Wohngeld für’s Kind, etc. (beim Jugendamt, Sozialamt, Schwangerenkonfliktberatungsstellen nachfragen)
- SDW-Förderung: Familienzuschlag (155€/Monat unabhängig von Kinderzahl); auf Antrag: Betreuungskostenpauschale (155€/Monat, zusätzlich je 50€ für’s 2. und 3. Kind, max. 255€); Förderverlängerung um max. 12 Monate. Infos zur SDW-Förderung gibt es im Intranet
Gesundheit
Infos zur Arzneimittelverwendung in Schwangerschaft und Stillzeit findest du unter www.embryotox.de. Allgemeine Infos gibt es zudem bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (www.bzga.de). Dort gibt es unter anderem ein sehr gutes “Handbuch Stillen” als kostenlosen Download (http://www.bzga.de/infomaterialien/gesundheitsfoerderung-konkret/band-3-stillen-und-muttermilchernaehrung/).
Wichtig noch zur Krankenversicherung des Kindes: der Beitrag ist abhängig von Versicherungsverhältnissen der Eltern und davon, ob beide verheiratet sind.
Kinderbetreuung
Kosten, Angebot, Anmeldefristen, Betreuungszeiten variieren regional extrem. Für die Kinderkrippe (in Ilmenau z.B. ab 11. Lebenswoche bis 2./3. Geburtstag) ist eine sehr frühe Anmeldung nötig (zu Beginn der Schwangerschaft). Weitere Möglichkeiten sind eine Tagesmutter, Partner, Oma oder eben die Selbstbetreuung.
Ab 3. Lebensjahr (Wechsel hier zw. 2. und 3. Geburtstag mgl.) steht dann der Wechsel in den Kindergarten an. Schau mal genau, denn es gibt staatliche, freie oder kirchliche). Auch hier ist eine sehr frühe Anmeldung nötig (1. Geburtstag war hier schon zu spät für den Wunschkindergarten).
Rechtliches und Absicherung
Bei nicht verheirateten Eltern sollte man über eine Vaterschaftsanerkennung und eine Sorgerechtsteilung (beim örtlichen Jugendamt) nachdenken – geht auch schon in der Schwangerschaft und sichert das Kind ggf. ab, falls der Mutter unter der Geburt was passiert (extrem selten!). Ggf. über Lebensversicherung der Eltern nachdenken (je nach individuellem Sicherheitsbedürfnis und familiären Gegebenheiten). Eine gute Übersicht über Formalitäten zur Geburt findest du hier: www.urbia.de/services/formalitaeten.
Klingt interessant – aber mit wem kann ich mich austauschen?
(Das kann manchmal ganz nützlich sein, damit man nicht Hinz und Kunz mit seinen Kindergeschichten auf die Nerven geht):
- Im Doktorandenforum gibt es auch Leute mit Kind(ern): www.doktorandenforum.de
- Elternforum-Link (siehe unten in den Kommentaren)
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- Mit Beginn der Schwangerschaft um Kinderbetreuung kümmern, auch bereits um Kindergarten (ab 2 Jahre)
- An der TU Ilmenau lässt Promotion und Familiengründung gut arrangieren
- Forentipps: http://www.eltern.de/foren/studium-kind/
- Informationen zu Medikamenten in Schwangerschaft und Stillzeit: http://www.embryotox.de, http://www.bzga.de
Hallo alle miteinander,
ich promiviere in BWL und habe eine beinahe vierjährige Tochter. Auch wenn eine Promotion mit Kind eine echte Herausforderung ist und deutlich mehr Zeit in Anspruch nimmt, kann ich berichten, daß es mit der Unterstützung seines Partner und der Familie machbar ist. Mit der SDW habe ich allerdings in Bezug auf diese Verlängerung schlechte Erfahrungen gemacht: Ich habe für einige Monate einen Forschungsaufenthalt im Ausland gemacht und hatte dabei sehr auf die Option “Geld für Kinderbetreuung” gehofft, die im SDW Merkblatt ausführlich erläutert wird. Die Idee ist kurz gesagt die Folgende: Man kann des Kindes wegen eine Verlängerung von bis zu einem Jahr bekommen und dieses Geld kann man sich in Sondersitutation (Auslandsaufenhthalt ist hier als Beispiel genannt) in Höhe tatsächlich angefallener Betreeungskosten auszahlen lassen. Das wäre für uns eine enorme Hilfe gewesen, da meine Frau berufstätig ist und für die Zeit mit dem Kind alleine war. Die SDW sah sich allerdings nicht in der Lage, diese Bestimmung auch umzusetzen. Die Begründung dafür habe ich bis heute nicht begriffen, irgendetwas im Sinne: Auslandsaufenthalt ist kein Grund für eine Verlängerung der Förderdauer, das Geld für die Kinderbeetreuung wird aber anstatt einer Verlängerung der Förderdauer gewährt, folglich kann es im Falle eines Auslandsaufenthalts nicht gewährt werden (obwohl solche Aufenthalte als explizitert Grund für das Modell angeführt wird. Wenn ihr das nicht begreift, seid ihr wie gesgat nicht alleine). Kurz und gut: solltet ihr über diese Option nachdenken, empfehle ich eine sehr frühzeitge Organisation (was natürlich unrealistisch ist, weil ich solche Auslandsaufenthalte erst auf der Promotionssituation heraus wirklich sinnvoll organisieren lassen, zumindest meine Erfahrung) und eine intensive Kooperation mit dem SDW Betreuer bzw. der Betreuerin. ZUr ehrenrettung er SDW muß ich noch ergänzen, daß meine Betreuerin sich große Mühe gegeben hat und auch slebst ziemlich erstaunt war über die Begründung des Bundesamtes. Ich hoffe sehr, daß es hier in naher Zukunft zu einer funktionierenden und flexiblen Regelung kommt. Sonst bleibt die ganze Familienunterstützungsrhetorik genau das: Rhetorik und nicht mehr.
Sollte es irgendjemandem gelingen, diese Förderung zu erhalten, laßt es mich bitte wissen (c.gebhardt@gmx.com). Ich wünsche allen promovierenden Eltern viel Erfolg!!
Entschuldigung, Noras Mail-Adresse ist irgendwie nicht gespeichert worden: nora.krzywinski@web.de