Liebe Promovierende,
während meines Lehramtsstudiums der Hispanistik, Germanistik und Russistik an der Universität Leipzig merkte ich, dass meine beruflichen Interessen nicht im Unterrichten an einer Schule, sondern im Ausbau meiner wissenschaftlichen Kenntnisse lagen. Deshalb begann ich anschließend mit meiner Promotion, die durch die sdw gefördert wurde.
Meine Dissertation schrieb ich in der germanistischen Linguistik, im Bereich der Lexikografie (Wörterbuchforschung). Sie untersucht den Wortschatz, der in den Definitionen von Deutsch-als-Fremdsprache-Wörterbüchern verwendet wird. Unter anderem weist sie nach, dass die beiden darin analysierten Wörterbücher ihren selbst auferlegten Anspruch, den in den Definitionen verwendeten Wortschatz zu begrenzen, nicht einhalten. Die Arbeit sollte neben wissenschaftlichen Erkenntnissen vor allem auch praktische Empfehlungen für Wörterbuchredaktionen erzielen.
Nach Abschluss der Dissertation begann ich, als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Deutsche Sprache in Mannheim (www.ids-mannheim.de) zu arbeiten. Das IDS gehört zur Leibniz-Gemeinschaft und ist die zentrale außeruniversitäre Einrichtung zur Erforschung und Dokumentation der deutschen Sprache in ihrem gegenwärtigen Gebrauch und in ihrer neueren Geschichte. Aktuell bin ich hier in zwei Projekten tätig: Zum einen erstelle ich Wörterbuchartikel für das Onlinewörterbuch elexiko (www.elexiko.de), zum anderen erforsche ich, wie Onlinewörterbücher verwendet werden. Dafür konzipiere ich in einem interdisziplinären Projektteam empirische Studien. Gerade diese Mischung aus alltäglicher, praktischer Artikelarbeit und wissenschaftlicher Forschung macht die Arbeit für mich so spannend und herausfordernd. Hinzu kommt, dass das IDS ein sehr angenehmer Arbeitgeber ist – anders als an vielen Universitäten ist die Forschung hier sehr viel stärker auf den Inhalt als auf die Personen bezogen, die Rahmenbedingungen richten sich nach den Tarifverträgen des öffentlichen Dienstes und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf wird aktiv gefördert.
Die Zeit als Stipendiatin der sdw habe ich als sehr anregend empfunden. Vor allem das aktive Engagement in der Regionalgruppe mit dem eigenständigen Planen und Umsetzen eigener Projekte fand ich bereichernd. Besonders angeregt hat mich hier die Auseinandersetzung mit völlig fachfremden Inhalten, beispielsweise die Unterstützung junger Arbeitsloser oder die Förderung generationenübergreifender Tätigkeit (die Mannheimer und Leipziger Projekte im Rahmen von Herausforderung Unternehmertum) oder die Organisation von Veranstaltungen wie der sdWM bzw. einem Wochenendseminar zur Erziehung in der DDR. Über die gemeinsame Projektarbeit ergaben sich auch einige Freundschaften, die bis heute Bestand haben. Viele der sdw-Stipendiaten habe ich als sehr engagiert und interessiert erlebt.
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